Jobsharing in Österreich: Wenn Konzerne umdenken

2 Frauen sitzen im industriellen Umfeld vor einem Laptop

Jobsharing in Österreich: Wenn Konzerne umdenken

 

Noch vor wenigen Jahren war Jobsharing in Österreich ein Randthema. Wer das Modell ernsthaft vorschlug, musste sich erklären und manchmal auch rechtfertigen. Zu komplex, zu ungewohnt, zu schwer zu managen. Die Skepsis war groß, die Bereitschaft gering.

Das hat sich verändert. Spürbar und nachhaltig.

Nicht mit großem Tamtam  aber mit einer Konsequenz, die aufhorchen lässt. Unternehmen aus Industrie, Infrastruktur, Energie und Handel öffnen sich dem Thema. Und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines echten Bewusstseinswandels in österreichischen Organisationen.

 

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

2019 boten gerade einmal 7 Prozent der österreichischen Unternehmen Jobsharing an. 2024 waren es bereits 17 Prozent – mehr als doppelt so viele. Das ist kein marginaler Anstieg. Das ist ein klarer Aufwärtstrend, der zeigt: Jobsharing ist in der österreichischen Unternehmenswelt angekommen.

Quelle: karriere.at Arbeitsmarktreport 2025, Basis: Personalverantwortliche

Aufwärtstrend Jobsharing

Arbeitsmarkt im Wandel

Gleichzeitig wächst der Druck, der diesen Wandel antreibt. Österreich liegt mit einer Teilzeitquote von 31 Prozent auf Platz 2 im EU-Vergleich. 53 Prozent der Personalverantwortlichen berichten, dass sich Mitarbeitende vermehrt Teilzeit wünschen. Und 66 Prozent der Unternehmen reagieren bereits darauf, indem sie Vollzeitstellen zumindest teilweise auch in Teilzeit ausschreiben. Der Anteil an Teilzeitstellen auf karriere.at ist im 10-Jahres-Vergleich von 6 Prozent (2014) auf 16 Prozent (2024) gestiegen – während Vollzeitstellen im selben Zeitraum von 89 auf 74 Prozent zurückgingen.

Der Arbeitsmarkt verändert sich. Und Jobsharing ist eine der klügsten Antworten darauf.

Von der Ausnahme zur Bewegung

Jobsharing war lange das, was man in Österreich höflich als „interessantes Konzept" bezeichnete und dann in der Schublade ließ. Die Fragen, die es aufwarf, schienen größer als die Antworten, die es bot.

Doch der Druck auf Unternehmen hat sich verändert. Fachkräftemangel, der Wunsch nach echter Vereinbarkeit von Führung und Familie, eine Generation von Talenten, die Vollzeit-Präsenz nicht mehr als Selbstverständlichkeit akzeptiert – und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass gut ausgebildete, erfahrene Menschen in Teilzeit eine Ressource sind, die sich kein Unternehmen leisten kann zu ignorieren. Laut karriere.at-Report sehen 65 Prozent der Personalverantwortlichen das größte Potenzial zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der gezielten Ansprache von Frauen – einer Gruppe, die überproportional häufig in Teilzeit arbeitet und für die Jobsharing neue Karrierewege öffnet.

In diesem Klima beginnen Unternehmen, Fragen anders zu stellen. Nicht mehr: „Geht das überhaupt?" Sondern: „Wie machen wir das?"

Wer vorangeht: Industrie, Infrastruktur, Energie, Handel

Die Liste der Unternehmen, die Jobsharing in Österreich heute ernsthaft angehen, ist länger geworden und sie ist vielfältiger, als viele erwarten würden.

PALFINGER AG, der international tätige Kranhersteller, und FACC AG , einer der führenden Luftfahrtzulieferer Österreichs, zeigen, dass Jobsharing auch in technisch anspruchsvollen Industrieumgebungen funktioniert. Die ZAUNERGROUP hat das Modell in einem mittelständischen Kontext erprobt. VERBUND Österreichs größter Stromerzeuger, und die ASFINAG die für Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen verantwortlich zeichnet, haben sich dem Thema geöffnet. Bosch, A1 Telekom Austria Group sowie Austrian Airlines sind als Big Player schon länger mit dem Thema beschäftigt, Versicherungen und Banken wie Allianz oder die Raiffeisen Bankengruppe aber auch jüngere Unternehmen wie Ökostrom, niceshops oder kleinere Agenturen setzen mittlerweile auf das Konzept von 2 statt 1.

Und dann sind da noch die ÖBB die Jobsharing zunehmend als festen Bestandteil ihrer Personalstrategie etablieren in einem Konzern mit über 40.000 Mitarbeiter:innen kein kleines Vorhaben. Sowie die Pionierin in dem Feld schlechthin dm drogerie markt Österreich : Jobsharing ist dort schon lange kein Pilot mehr, sondern mit mehreren Tandems in den Filialen gelebte Praxis.

Diese Bandbreite ist bemerkenswert. Wir sprechen hier nicht von einer homogenen Gruppe gleichgesinnter Vorreiter. Wir sprechen von Industrieunternehmen mit komplexen Fertigungsstrukturen, von Infrastrukturkonzernen, von Energieversorgern und Handelsunternehmen – Organisationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und trotzdem landen sie beim selben Schluss: Jobsharing ist kein Luxus. Es ist eine Antwort auf reale Herausforderungen.

Was diese Unternehmen antreibt

Wer mit HR-Verantwortlichen und Führungskräften spricht, die Jobsharing in ihren Organisationen vorantreiben, hört immer wieder ähnliche Motive:

Talente halten und gewinnen. Hochqualifizierte Mitarbeiter:innen, die nach der Karenz zurückkehren oder bewusst in Teilzeit arbeiten wollen, sind eine Ressource, die kein Unternehmen verlieren kann. Jobsharing schafft Möglichkeiten, wo vorher keine waren und macht Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver für genau jene Menschen, um die der Wettbewerb am härtesten ist.

Führung diversifizieren. Zwei Menschen in einer Rolle bedeuten zwei Perspektiven, zwei Erfahrungshintergründe, zwei Netzwerke. Das ist kein Nachteil; das ist ein strategischer Vorteil, wenn er richtig genutzt wird.

Resilienz aufbauen. Ein Tandem ist weniger anfällig für Ausfälle, Krankheit oder Fluktuation als eine Einzelperson in einer Schlüsselrolle.

Werte glaubwürdig leben. Jobsharing ist eine der wenigen Maßnahmen, die das Bekenntnis zu Vereinbarkeit und Diversität strukturell verankert – nicht als Kommunikationsmaßnahme, sondern als gelebte Realität.

Blume mit Vorteilen über Jobsharing

Was es braucht, damit Jobsharing wirklich funktioniert

Hier ist der Punkt, an dem viele Unternehmen ins Stolpern geraten. Denn Jobsharing einzuführen ist eine Sache. Jobsharing zum Funktionieren zu bringen, eine andere.

Die häufigsten Fehler: Man setzt zwei Menschen zusammen, die fachlich gut passen und hofft, dass der Rest sich ergibt. Oder man lässt Tandems ohne strukturierte Begleitung ins kalte Wasser springen. Oder man unterschätzt, wie viel Kommunikation, Rollenklarheit und gegenseitiges Verständnis es braucht, damit zwei Menschen tatsächlich wie eine Einheit agieren können.

Gute Zusammenarbeit im Duo ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Passung, Struktur und Begleitung.

Passung auf der Ebene von Persönlichkeit, Werten, Arbeitsstil und Kommunikation – nicht nur auf der fachlichen Ebene.

Struktur in Form klarer Rollen, Entscheidungswege und Übergabeprozesse.

Begleitung durch einen professionellen Onboarding- und Facilitation-Prozess, der das Tandem von Anfang an auf eine tragfähige Basis stellt.

Genau hier setzt JobTwins an. Mit einem wissenschaftlich fundierten Matching-Verfahren auf Basis von Big Five (NEO PI-R) und bioLogic (moodmap), einem eigenen Algorithmus für die Beurteilung von Zweier-Konstellationen und einem erprobten Onboarding-Prozess für Tandems und Co-Leads.

JobTwins ist in Österreich die einzige Anbieterin, die Matching, Plattform und Prozessbegleitung aus einer Hand vereint: mit über 2.000 registrierten Nutzer:innen, mehr als 1.000 hochqualifizierten Matches, einem eigenen Algorithmus, der auch als SaaS skalierbar ist – und einem erprobten Onboarding-Prozess, der Tandems in kürzester Zeit in gemeinsame Effizienz bringt. Diese Kombination ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger praktischer Erfahrung von Gründerin Katharina Miller.

Fazit: Österreich ist nicht mehr am Anfang

Von 7 auf 17 Prozent in fünf Jahren. Jobsharing ist gekommen, um zu bleiben! Die Geschichte dahinter erzählen Unternehmen wie dm, ÖBB, Verbund, Palfinger, FACC, Asfinag, Bosch, die Zauner Group uvm. durch ihre Entscheidung, das Modell ernsthaft zu verfolgen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Jobsharing in Österreich funktioniert. Die Frage ist, wer als nächstes den Schritt macht. Und vor allem: wie gut er vorbereitet ist.

Das Momentum ist da. Die Strukturen, die es braucht, auch. Was jetzt zählt, ist der Wille, Jobsharing nicht als Experiment zu behandeln – sondern als das, was es ist: eine der klügsten Antworten auf die Herausforderungen, vor denen österreichische Unternehmen heute stehen.

Du willst Jobsharing in deiner Organisation einführen oder ein bestehendes Tandem professionell begleiten lassen?

Melde dich bei JobTwins für ein erstes Gespräch contact@jobtwins.work

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